WDSF Athlete's ID-Card

Die ganze Welt besteht aus Veränderungen. Und der Fortschritt lässt sich bekanntermaßen nur schwer aufhalten. So trifft es nun auch den Tanzsport und alle Paare, die ab dem 01.01.2013 an WDSF-Turnieren teilnehmen möchten. Denn ohne eine ID-Card wird dann nichts mehr gehen...

Die ID-Card ist in etwa wie ein Führerschein, nur eben für den Tanzsport. Mit ihr soll die Abwicklung der Turniere auf internationaler Ebene einfacher und komfortabler werden. Kein langes Ausfüllen von Anti-Doping-Erklärungen und ähnlichem mehr.

 

Eventuell habt Ihr auch schon die Veröffentlichungen dazu auf der DTV-Homepage gelesen.

 

Wer also ab 2013 als Paar der A/S-Klasse auf internationalen WDSF-Turnieren an den Start gehen möchte, der wird zwangsläufig um eine Beantragung nicht herumkommen.

 

Ich möchte hier allerdings nicht verschweigen, daß es rechtliche Bedenken bei diesem Vorhaben gibt. Das Thema Sperren ist gerade erst vom Tisch und könnte über dieses "trojanische Pferd" doch recht bald wieder auf dem Schirm sein. Des weiteren solltet Ihr Euch die Vereinbarung gut durchlesen. Leider ist sie auf Englisch - und das könnte ein Knackpunkt sein. Insoweit ist fraglich, ob es rechtlich bindend ist, wenn Ihr einen englischsprachigen Vertragstext unterzeichnet und unter Umständen des Englischen nicht voll umfänglich mächtig seit.

 

Aufgrund dieser Ausgangslage würde ich Euch empfehlen, den Antrag mit den Worten "Unter Vorbehalt / under reserve" gegenzuzeichnen.

 

Im folgenden die Links zum Antrag auf der Homepage der WDSF und Auszüge aus den Veröffentlichungen des DTV:

 

WDSF Athlete's ID-Cards

WDSF Athlete's ID-Card registration form


Den Bundessportwart Michael Eichert erreichten Anfragen zum Thema Datenschutz bei der Beantragung der WDSF ID Cards. Die hauptsächlichen Bedenken bestehen offenbar gegen die Einsendung einer Kopie des Personalausweises oder Reisepasses.

Michael Eichert stellt daher folgendes klar:

  1. Der DTV sammelt die Anträge für die WDSF nur ein und versendet die fertigen ID Cards später mittels eines von der WDSF gesendeten verschlossenen Umschlags (der DTV bekommt also die fertige ID Card gar nicht zu sehen), es werden beim DTV weder Fotos noch Reisepass/Personalausweis gespeichert.
  2. Für die WDSF gilt Schweizer Recht. Demzufolge hat auch ein Schweizer Rechtsanwalt das ganze Projekt WDSF ID Card, dazu den Weg und die Art und Weise der Datenverarbeitung und Datenspeicherung - sogar die Anzahl der Personen, die damit arbeiten dürfen - bei der WDSF geprüft.
  3. Es genügt, die Vorderseite des Personalausweises bzw. Reisepasses mit dem Antrag einzusenden. Darauf sind nur Daten enthalten, die sowieso im Antrag bekanntgegeben werden.
  4. Die Passnummer/Personalausweisnummer kann geschwärzt werden.
  5. Die Kopie des Reisepasses/PA dient ausschließlich der Identitätsprüfung, dabei hauptsächlich der Überprüfung des korrekten Alters (hier wurde in bestimmten Ländern vereinzelt Unfug getrieben, Jugendpaare machten sich jünger, um länger in der Jugend tanzen zu können, Seniorenpaare machten sich älter, um früher in der älteren Altersgruppe starten zu können).
  6. Die Passkopie/PA-Kopie wird von der WDSF nicht gespeichert.
  7. Bei dem Projekt WDSF ID Cards geht es um die Vereinfachung des Turnier Check-ins mit Lesegeräten, Vereinfachung der Turnieranmeldungen, der Vereinheitlichung der Namens-Schreibweise (vor allem im asiatischen Raum) auf Startlisten und damit in den Weltranglisten und nicht zuletzt um die damit mögliche Abschaffung der Anti-Doping-Erklärungen bei WDSF-Turnieren als Vereinfachung für die Ausrichter und die Paare.
  8. Für die Zukunft ist daran gedacht, bei späteren Generationen von ID Cards (ggf. mit Chip) z.B. als elektronisches Startbuch für die Paare Turnierergebnisse auf der Karte zu speichern, von Zuhause aus Turniere anzumelden mit dem Einlesen der Karte am heimischen PC usw.

 
Wir wissen, Datenschutz ist - vor allem im Facebook-Zeitalter - ein sehr sensibles Thema und der DTV steht natürlich in vollem Maße hinter dessen Vorgaben. Ich hoffe, mit diesen Ausführungen einen großen Teil der Bedenken ausräumen zu können.

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